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Weihnachtszeit

  • Jessica Scharl
  • 7. Jan.
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Haus in Calgary - das ist aber auch ein sehr bekanntes Ziel wenn es um Weihnachtslichter geht
Haus in Calgary - das ist aber auch ein sehr bekanntes Ziel wenn es um Weihnachtslichter geht

Unser erstes Weihnachten

 

Nachdem sich der Trubel wieder gelegt hat und nun der Alltag wieder bei uns eingekehrt ist, können wir in Ruhe Weihnachten, die ersten Eindrücke von kanadischen Traditionen und die Feiertage Revue passieren lassen.

Eins haben wir gleich bemerkt: Weihnachten ist, wie so vieles andere im Vergleich zu Deutschland, einfach größer. Anders kann man es mit einem Wort nicht beschreiben. Am 31.10. ist, wie gefühlt auf der ganzen Welt, Halloween und am 01.11 wird die komplette Halloween-Dekoration in einer Nacht und Nebelaktion durch Weihnachtsdekoration ausgetauscht. Die Uhr schlägt Mitternacht und der Zauber beginnt. Wer über Halloween nichts dekoriert hatte, wartet schon in den Startlöchern ab Mitternacht endlich das gesamte Haus innen, sowie außen, den gesamten Vorgarten und die Garage zu dekorieren. Selbst die Hunde kriegen einen Weihnachtspullover angezogen. Jeder der nicht bei drei auf dem Baum ist wird mitdekoriert und der Rest wird einfach runter geschüttelt.

Die Kanadier mögen es bunt in der Weihnachtszeit. Bunt und groß. Über aufblasbare Schneemänner, über Weihnachtsmänner, den Grinch (der ist hier ganz hoch im Kurs), über sämtliche Arten von winterlichen oder weihnachtlichen Tieren, wie Rentiere, Pinguine oder Eisbären, findet sich hier alles, was das Dekoherz begehrt. Farben, Größen und der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ob aufblasbare Figuren, 5 Trillionen leuchtende Zuckerstangen, angestrahlte Hauswände oder ganze Weihnachtsportale, die am Gehweg auf das Grundstück führen, findest du hier alles. Am Besten so viel und so hell, dass die Nachbarn nicht mehr wissen welche Uhrzeit gerade ist oder sich nicht mehr sicher sind, in welchem Gewerbe man tätig ist.

Die Supermarkt Regale sind voll mit Süßigkeiten aller Art, die vor der Weihnachtszeit nicht existiert haben. Es wurden neue Gänge erschaffen um die Fülle an Süßigkeiten unter zu bekommen und zu bewerben. Adventskalender hingegen scheinen erst im Kommen zu sein. Adventskalender mit Süßigkeiten wie Reeses, Skittles oder Hersheys gab es einige (Selbst Kinderschokolade gab es) aber mit Spielzeug, für Kinder, wie man es aus Deutschland kennt, sind nur sehr wenige vertreten gewesen.

Wenn man sich an den Regalen mit winterlich-weihnachtlichen Süßigkeiten vorbei gekämpft hat, wird man fast erschlagen von der Fülle an Spielzeug, die eine große Supermarktkette, wie beispielsweise Walmart auffahren kann. Unsere Frage war eher: Wo nehmen die die ganzen zusätzlichen Regale her?!Jessy musste feststellen, dass die Delivery-Funktion der Supermärkte eine wirkliche Alternative in der Weihnachtszeit zum Einkaufen. Mit einem zweijährigen kommt man da weder schnell noch günstig raus, wenn man 10.000 Nervenzusammenbrüche vermeiden will, da der kleine Mann restlos überfordert ist mit der Fülle an Angeboten.

Die Vorweihnachtszeit ist hier einfach anders. Sie ist bunter und größer aber für uns persönlich war es schön. Weniger Naschen auf den Christkindlmärkten, da es die hier nicht so gibt. Hier gibt es Christmas Markets auf denen Food Trucks vertreten sind, die auf jedem Farmers Market (Wochenmarkt bzw. Bauernmarkt) im Sommer vertreten sind aber nichts spezielles weihnachtliches anbieten. Es gibt keinen Alkohol auf diesen Märkten, da dieser bzw. der Konsum in der Öffentlichkeit untersagt ist. Es gibt auf diesen Märkten hauptsächlich Lokale Anbieter mit oftmals selbst gemachten Waren. Gehäkelte Kuscheltiere sind hier der Renner bei den Kids. Das weihnachtliche Felling, wie wir es aus Deutschland kennen, gab es hier dieses Jahr nicht aber es war unglaublich schön durch die Straßen zu fahren und die ganzen Beleuchtungen anzuschauen. Da leuchteten nicht nur Kinderaugen.

Online gab es auch viele Aufrufe für Spenden und in der Stadt selbst haben viele lokale Geschäfte mitgemacht, dass es Weihnachtsbäume mit Wunschzetteln gab, bei denen man sich einen nehmen konnte und einem Kind im Ort, einen Weihnachtswunsch bzw. einen Geschenkewunsch erfüllen konnte.

Weihnachten ist hier größer aber es fühlte sich für uns auch nicht so hektisch an. Die Menschen waren entspannter, so machte es auf uns den Eindruck. Weniger Gehetze, kein Gedrängel beim Einkaufen kurz vor Weihnachten und immer ein freundlicher Umgangston. Gerne mal ein kleiner Smalltalk über die Feiertage selbst, was man denn zu Essen macht oder ob man schon den Wunschzettel an den Weihnachtsmann geschickt hat.Es gibt in jeder Mall und auf jedem Christmas Market die Möglichkeit mit Santa Claus Fotos zu machen. Oftmals gegen Geld (gerade in den Malls, wo der Weihnachtsmann in einem kleinen aufgebauten Dorf sitzt und man sich online einen Termin buchen muss).Weihnachten selbst wird hier am 25.12 gefeiert und die Bescherung ist ebenfalls am 25ten. Die Kids stehen in der Früh auf und die Geschenke stehen bereits unter dem Baum. Für uns hat diese Tradition auch sehr gut funktioniert, da der 24.12 ein regulärer Arbeitstag ist und lange nicht klar war, ob Lukas da noch arbeiten muss. Somit sind wir am 25ten in der Früh aufgestanden und Fabian hat gleich in der Früh die Geschenke auspacken können und hatte den ganzen Tag mit seinem neuen Spielzeug.Zum Mittagessen kamen Freunde zu uns, die sonst an Weihnachten alleine gewesen wären. Und sind wir mal ehrlich, Fondue macht doch erst Spaß, wenn mehr Leute am Tisch sitzen und ständig einer fragt welcher der Spieße denn seiner ist. Traditionell essen die Kanadier, genauso wie an Thanksgiving (das hier nicht Ende November ist, wie in den USA zum Black Friday, sondern der zweite Montag im Oktober) Truthahn, Kürbis und diverse Pies. Wir haben uns aber für Fondue entschieden mit Rind, Hühnchen und für Fabian Bison. Sein absolutes Lieblingsfleisch.

Viel mehr können wir von unserem ersten Weihnachten in Kanada dann nicht mehr berichten, da wir am 26.12 (hier ein normaler Werktag und Boxing Day genannt) nachmittags nach Deutschland geflogen sind um bei der Beerdigung von Jessys Oma dabei zu sein.

Wie sich Silvester in Kanada anfühlt können wir euch erst dieses Jahr berichten, da wir dies in München verbracht haben. Aber privates Feuerwerk ist hier in Kanada verboten und es gibt ein Public Feuerwerk von der Stadt oder Gemeinde. Soviel wissen wir auch trotz unserer Unterbrechung.

Rückwirkend betrachtet ist unser erstes Weihnachten anders gewesen. Weg von den Familien und den dazugehörigen Traditionen aber unsere Möglichkeit unser eigenes Weihnachten mit eigenen Traditionen zu gestalten und zu feiern.



 
 
 

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